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Wenn Wikipedia mit gerunzelter Stirn und nervösem Kaffee-Atem nachhaken würde, man müsste „Platz“ von Jenny Thiele offiziell als ihr 3. Album nummerieren. Allerdings stellt das Solo-Schaffen davor viel eher eine Art Prequel dar. Denn Raum und Zeit für den Selbstentwurf ihres hinreißenden Dream-Pops haben sich erst jetzt vollends geöffnet. Nun ist endlich „Platz“ und, oh boy, ist Jenny bereit, jenen auch zu füllen. Bei aller Kontinuität in ihrem Tun macht sie hier nun gleich eine große Veränderung sichtbar: „Platz“ spricht im Gegensatz zum Vorläufer „Killing Time“ auf Deutsch mit dir. Die Musikerin mit dem rasiermesserscharfen Pony will auf dieser Platte ihre Geschichten erzählen. Freundlich vages Pop-Englisch? Ginge zu sehr auf Kosten der Präzision. Die Stücke klingen auf diese Weise weit intimer als gefälliger hiesiger Radio-Pop, man bekommt auf diesem Album den Eindruck, wie es sein müsste, Acts wie Feist oder Róisín Murphy auf Deutsch erleben zu können. Die Musik schreibt sie allein, produziert die Songs vor. Auf der nächsten Stufe kommt ihr Produzent @millhope dazu - von der Kreativität, die sie gemeinsam heraufbeschwören können, kann einem schwindelig werden. Erscheinen wird das Album erneut in Zusammenarbeit mit dem Indielabel Hey!Blau Records, einen Song hat Philipp Ullrich eingespielt, der Multi-Instrumentalist, der auch zu Jennys Live-Band gehört, die dramatischen Cover-Fotos stammen vom Pariser Mode Avantgardisten Tom Hagemeyer, aufgenommen in Antwerpen & Brüssel.
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